Christentum und Islam

(Quelle: islam.de Offener Brief an Seine Heiligkeit Papst XVI. Ghazi bin Muhammad schreibt an den Papst:)

Christentum und Islam sind je die größte und zweitgrößte Religionen in der Welt und in der Geschichte. Christen und Muslime machen laut Berichten je über ein Drittel und über ein Fünftel der Menschheit aus. Zusammen bilden sie mehr als 55% der Weltbevölkerung, was die Beziehung zwischen diesen beiden religiösen Gemeinschaften zum wichtigsten Faktor eines Beitrages zu einem sinnvollen Frieden um die Welt macht.

Als Anführer von über einer Milliarde Katholiken and moralisches Beispiel für viele andere rund um den Globus, ist Eure wohl die einflussreichste einzelne Stimme um diese Beziehung in die Richtung gegenseitigen Verständnisses zu bewegen. Auf diesem ehrlichen und freimütigen Dialog hoffen wir fortzufahren, friedliche und freundschaftliche Beziehungen zu bauen auf der Basis gegenseitigen Respekts, Gerechtigkeit, und was in Essenz gleich ist in unserem gemeinsamen Abrahamischen Traditionen, insbesondere ‚den beiden größten Geboten’ in Markus 12:29-31 (und, in verschiedener Form, in Matthäus 22:37-40), dass, der Herr unser Gott ist Ein Gott; / Und du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzer Seele und deinem ganzen Verstand und deiner ganzen Kraft; dies ist das erste Gebot. / Und das zweite Gebot ist dem gleich, nämlich jenes, Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es gibt kein anderes Gebot größer als diese.

Muslime schätzen daher die folgenden Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils:

Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime. Sie beten den alleinigen Gott an, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen,

5so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten. (Nostra Aetate, 28. Oktober 1965)

Und ebenso die Worte des Papstes Johannes Paul II., für den viele Muslime großen Respekt und Wertschätzung empfanden:

Wir Christen erkennen mit Freude die religiösen Werte, die wir mit dem Islam gemeinsam haben. Heute möchte ich gerne erwidern was ich jungen Muslimen vor einigen Jahren in Casablanca sagte: „Wir glauben an den gleichen Gott, den einen Gott, den lebenden Gott, den Gott, der die Welt erschaffen hat und seine Geschöpfe zu ihrer Vollendung führt“ (Insegnamenti, VIII/2, [1985], S. 497, zitiert während einer Generalaudienz am 5. Mai 1999).

Muslime begrüßten ebenso Eure einzigartigen persönlichen Ausdruck der Trauer, und Eure Klarstellung und Versicherung (am 17. September) dass Euer Zitat nicht Eure persönliche Meinung wiedergibt, sowie die Bekräftigung des Kardinalsstaats- sekretärs Tarcisio Bertone (am 16. September) des Konzilsdokumentes Nostra Aetate. Schließlich begrüßten Muslime dass Ihr (am 25. September) vor einer versammelten Gruppe von Botschaftern islamischer Staaten „umfassenden und profunden Respekt für alle Muslime“ ausdrücktet. Wir hoffen, dass wir alle die Fehler der Vergangenheit vermeiden und zusammen in einer Zukunft des Friedens, gegenseitiger Akzeptanz und Respekts leben werden.

Und alles Lob gebührt Gott, und es gibt keine Macht noch Kraft außer durch Gott.

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