Gottes Transzendenz

(Quelle: islam.de Offener Brief an Seine Heiligkeit Papst XVI. Ghazi bin Muhammad schreibt an den Papst:)

Ihr sagt auch, dass „nach islamischer Lehre, Gott absolut transzendent ist“ eine Vereinfachung, die irreführend sein kann. Der Quran verkündet, Es gibt nichts, das Ihm entspricht (al-Shura 42:11), er verkündet aber auch, Er ist das Licht der Himmel und der Erde (al-Nur 24:35) und, Wir sind ihm näher als die Halsschlagader (Qaf 50:16); und, Er ist der Erste, der Letzte, das Innere, und das Äußere (al-Hadid 57:3); und, Er ist bei dir wo immer du bist (al-Hadid 57:4); und, Wohin immer du dich wendest, Gottes Gesicht ist dort (al-Baqqarah 2:115).

Lassen Sie uns auch das Wort des Propheten in Erinnerung rufen, der verkündet, dass Gott sagt: „Wenn Ich ihn (den Anbetenden) liebe, bin Ich das Gehör durch das er hört, die Sicht durch die er sieht, die Hand, mit der er greift und der Fuß, mit dem er läuft.“ (Sahih al-Bukhari no. 6502, Kitab al-Riqaq)

In der Islamischen spirituellen, theologischen und philosophischen Tradition, ist der von Euch erwähnte Denker, Ibn Hazm (gest. 1069), eine würdige, aber sehr marginale Figur, die der Zahiri Rechtsschule angehörte, der heute niemand in der Islamischen Welt folgt. Wenn jemand nach klassischen Formulierungen der Doktrin der Transzendenz sucht, so sind Figuren wie al-Ghazali (gest. 1111) und viele andere sehr viel einflussreicher und repräsentativer für Islamischen Glauben als Ibn Hazm.

Ihr zitiert ein Argument, dass, weil der Kaiser „geprägt von Griechischer Philosophie“ ist, die Idee, dass „Gott kein Gefallen am Blut hat“ ihm „selbst-evident“ ist, wozu die Muslimische Lehre über Gottes Transzendenz als ein Gegenbeispiel angeführt wird. Zu sagen dass für Muslime „Gottes Wille nicht an irgendeine unserer Kategorien gebunden ist“, ist ebenfalls eine Vereinfachung, die zu einem Missverständnis führen kann. Gott hat viele Namen im Islam, einschließlich des Gnadenreichen, des Gerechten, des Sehenden, des Hörenden, des Wissenden, des Liebenden, and des Freundlichen. Ihr vollständiges Aufgehen in Gottes Einheit und dass Niemand ist wie Er (al-Ikhlas 112:4) hat Muslime nicht dazu geführt, Gottes Zuschreibung dieser Qualitäten zu Sich und zu (einigen) seiner Kreaturen abzulehnen (für den Moment beiseite gelassen die Nennung von „Kategorien“, ein Begriff, der viel Klarstellung in diesem Kontext benötigt). Soweit es Seinen Willen betrifft, zu schließen dass Muslime an einen willfährigen Gott glauben, der uns zu Bösem befehlen kann oder nicht, bedeutet zu vergessen, dass Gott im Quran sagt, Höre! Gott gebietet Gerechtigkeit und Güte und den Verwandten zu geben; und Er verbietet das Schändliche, das offenbar Schlechte und die Übertretung. Er ermahnt euch, dass ihr es beherzigt (al-Nahl, 16:90). Ebenso bedeutet es zu vergessen, dass Gott im Qur’an sagt, Er hat Sich selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben (al-An’am 6:12, siehe auch 6:54), und dass Gott im Qur’an sagt, Meine Barmherzigkeit umfasst alles (al-A’raf 7:156). Das Wort für Barmherzigkeit, rahmah, kann auch als Liebe, Güte und Mitgefühl übersetzt werden. Von diesem Wort rahmah stammt die geheiligte Formel, die Muslime täglich benutzen, Im Namen Gottes, des Gnadenreichen, Barmherzigen. Ist es nicht self-evident, dass unschuldiges Blut zu vergießen Gnade und Barmherzigkeit widerspricht?

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