Was ist der „Heilige Krieg“?

(Quelle: islam.de Offener Brief an Seine Heiligkeit Papst XVI. Ghazi bin Muhammad schreibt an den Papst:)

Wir würden gerne aufzeigen dass „heiliger Krieg“ ein Begriff ist, der in Islamischen Sprachen nicht existiert. Jihad, dass muss unterstrichen werden, meint Anstrengung, und spezifisch Anstrengung auf dem Wege Gottes. Diese Anstrengung mag verschiedene Formen annehmen, einschließlich der Anwendung von Gewalt. Obwohl ein jihad möglicherweise heilig im Sinne einer Ausrichtung auf ein heiliges Ideal sein kann, ist es nicht notwendigerweise ein „Krieg“. Darüber hinaus ist es erwähnenswert, dass Manuel II. Paleologus sagt, dass „Gewalt“ gegen Gottes Natur gerichtet sei, da Christus selbst Gewalt gegen die Geldwechsler im Tempel übte, und sagte „Denkt nicht dass ich gekommen wäre, Frieden auf die Erde zu bringen; ich kam nicht um Frieden zu bringen, sondern ein Schwert…“ (Matthäus 10:34-36). Als Gott den Pharao ertränkte, richtete Er sich dabei gegen Seine eigene Natur? Vielleicht wollte der Kaiser sagen, dass Grausamkeit, Brutalität und Aggression gegen Gottes Willen sind, womit das klassische und traditionelle Recht zum Jihad ihm völlig entsprechen würde.

Ihr sagt, dass „der Kaiser natürlich auch die im Koran niedergelegten – später entstandenen – Bestimmungen über den heiligen Krieg kannte“. Allerdings, wie wir oben im Hinblick auf Es gibt keinen Zwang im Glauben aufzeigten, die erwähnten Bestimmungen waren in keiner Weise später. Vielmehr zeigen die Standpunkte des Kaisers über Konversionen durch Gewalt, dass er nicht wusste, was diese Bestimmungen sind und immer schon waren.

Die autoritativen und traditionellen Islamischen Regeln des Krieges können in den folgenden Prinzipien zusammengefasst werden:

  1. Nicht-Kämpfende sind keine erlaubten oder legitimen Ziele. Dies wurde ausdrücklich wieder und wieder durch den Propheten, seine Gefährten, und durch die gelehrte Tradition seitdem betont.
  2. Religiöse Überzeugungen alleine machen niemanden zu einem Objekt des Angriffs. Die ursprüngliche Muslimische Gemeinschaft kämpfte gegen Heiden, die sie außerdem aus ihren Häusern vertrieben, verfolgten, folterten und ermordeten. Danach waren die Islamischen Eroberungen politischer Natur.
  3. Muslime können und sollen mit ihren Nachbarn in Frieden leben. Und wenn sie dem Frieden zuneigen, so neige auch du ihm zu; und lege dein Vertrauen in Gott (al-Anfal 8:61). Allerdings schließt dies nicht legitime Selbstverteidigung und die Aufrechterhaltung von Souveränität aus.

Muslime sind an den Gehorsam zu diesen Regeln ebenso gebunden wie sie Diebstahl und Ehebruch zu unterlassen haben. Wenn eine Religion Krieg reguliert und Umstände beschreibt, wo er nötig und gerecht ist, macht dies diese Religion nicht kriegerisch, ebenso wenig wie eine Regulierung der Sexualität eine Religion lüstern macht. Wenn einige die alte und gut etablierte Tradition missachtet haben zugunsten utopischer Träume, in denen der Zweck die Mittel rechtfertigt, dann haben sie dies aus eigenem Entschluss und ohne die Erlaubnis Gottes, Seines Propheten, oder der gelehrten Tradition getan. Gott sagt im Heiligen Qur’an: Lass nicht Hass gegen ein Volk dich zu Ungerechtigkeit verführen. Sei gerecht, dies ist näher zur Frömmigkeit (al-Ma’idah 5:8). In diesem Kontext müssen wir erklären, dass die Ermordung einer unschuldigen Katholischen Nonne am 17. September in Somalia – und alle weiteren entsprechenden Akte aufrührerischer individueller Gewalt- ‚als Reaktion auf’ Euren Vortrag an der Universität von Regensburg, vollständig un- islamisch ist, und wir verurteilen solche Akte umfassend.

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